Grundeln zubereiten

Rezept: 5-15 Grundeln je nach Größe, Marinade, Mehl, Öl zum frittieren.

Marinaden:

  • Salz, Pfeffer, Zitronensaft
  • Sojasoße, Zitronensaft, Rohrzucker
  • Ketchup und Chilipaste
  • Bier, Honig, Kümmel
  • Salz, Essig, Zwiebelringe
  • Salz, Knoblauch, Zucker

Die Grundel ist wegen ihrer explodierenden Bestände der Feind aller Grundangler. Kulinarisch führt sie ein Schattendasein. Zu Unrecht, denn binnen zwei Stunden lässt sich am Main eine Familienportion Grundeln fangen und küchenfertig machen. Von welchem anderen Fisch kann man das in dieser Zuverlässigkeit behaupten?

  1. Grundeln fangen ist einfach, dies effizient zu tun deutlich schwieriger. Ich nehme eine lange Rute mit .30er Mono und jigge ein 10g Olivenblei über den Grund. Am kurzen .20er Vorfach ist ein 10er Haken mit einem Fitzelchen Schweineschwarte. Trocken ist sie mit viel Mühe aufzuziehen, gequollen nur noch herunterzuschneiden. Diesen Köder knabbert keine Grundel ab. Wenn ihr immer rechtzeitig anschlagt, sitzen die Haken weit vorne und lassen sich fix entfernen. Je nach Stelle und Jahreszeit ist Minutentakt und schneller kein Problem.
  2. Die Grundeln werden alle abgeschlagen, ein Kiemenbogenschnitt mit schlanken Messer gesetzt.
  3. Die Schuppen müssen ab. Greift am besten den Kopf mit dem kleinen und dem Ringfinger und legt den Schwanz in die Mulde zwischen Zeige- und Mittelfinger. So habt ihr die Tiere mit dem Messer Ruckzuck von ihren kratzigen Kammschuppen befreit.
  4. Ausnehmen beginne ich mit einen Schnitt im Nacken, der die Wirbelsäule durchtrennt, aber nicht den Brustkorb. Dann reiße ich den Körper von Kopf und Kiemen ab, wobei die Innereien am Stück hinausgezogen werden. Noch kurz vom After her den Bauchraum mit der Messerspitze auskratzen, ggf. verbliebene Brustflossen abschneiden, Abspülen mit Trinkwasser – fertig.
  5. Die Grundeln sollten nun bis zur Zubereitung schnell auf 4° heruntergekühlt werden. Zwei Stunden vor dem Essen die Fische aus dem Kühlschrank nehmen, mit Marinade beträufeln und mit Klarsichtfolie abdecken.
  6. Abtropfen lassen, gut mit Küchenkrepp abtrocknen und dann in einer Schüssel Mehl schwenken.
  7. Bei mittlerer Temperatur in reichlich Fett beidseitig goldbraun herausbacken. Kurz abtupfen und unverzüglich servieren.
  8. Kleine Grundeln lassen sich komplett verspeisen. Mittelgroße rollt man leicht zwischen Daumen und Zeigefinger, so dass man sie mit dem Messer auseinanderklappen kann, um das Rückgrat zu entnehmen. Bei wirklich großen Grundeln empfielt sich zusätzlich die Flossenkämme mitsamt ihren Gräten herauszuziehen.

Fang von 45 Minuten Grundeln angeln
17 küchenfertige Grundeln in Reih und Glied
Marinierte Grundeln
Gut Mehlierte Grundeln
Im Öl backende Grundeln
Grundeln mit fränkischen Kartoffelsalat und Salatbeilage
Grundeln sind Fingerfood!
Behutsam gerollt, lassen sie sich auffklappen.
Übrig bleiben nur die Wirbelsäulen

Posen einfach vorbleien

Mit Kupferdraht vorgebleite Posen

Oder sollte ich besser vorkupfern schreiben? Bleidraht ist zwar auch im Netz zu haben, aber ein Rest Stromleitung hatte ich noch daheim rumliegen. Mit einer Zange fixiert, lässt sich der Draht einfach in gewünschtem Gewicht wickeln.

Bei sehr fragilen Posenschäften würde ich das ganze auf einen Nagel vorwickeln und dann aufschieben.

PH!

Einsalzen von Grundeln 2/2

Meine Grundeln waren nun einen ganzen Monat im Salz. Dadurch sollte jeder Keim abgetötet sein. Sie wurden aus dem Salz gepult und kurz abgespült. An dieser Stelle hätte ich gleich ein bisschen mehr Wässern sollen, um den Salzgehalt etwas zu reduzieren.

Der nächste Arbeitsschritt bestand darin die Grundeln möglichst flach zu bekommen, damit das Trocknen schnell vonstatten geht. Dazu hab ich einen Schnitt neben der Wirbelsäule angesetzt, dadurch ließen sie sich schön plattdrücken. Noch besser ist es zwischen zwei Backpapieren kurz mit dem Teigroller drüberzufahren.

Geplättet kamen die Grundeln dann für ca 4-5h bei 50°C Umluft und Topflappen in der Tür in den Ofen.

55 Plattfischchen
Das knusprige Endergebnis

Geschmackliches Fazit:

Nach dem Trocknen waren die Fischlein wirklich eine Nummer zu salzig. Pur kaum zu genießen. Deshalb hab ich die hälfte nochmal für ne viertel Stunde gewässert und nachgetrocknet. Dadurch ist leider einiges an Geschmack ausgeschwemmt worden, vom Salzgehalt sind sie dafür okay. Was mich sehr wundert, ist dass durch das Prozedere die Gräten sehr spröde wurden. Sie stören beim essen kaum.
Die nicht nachgewässerten Grundeln eignen sich hervorragend für einen schnellen Fischfond. Wurzelgemüse mit eine Hand voll Grundeln kochen – die Suppe entwickelt ein wirklich ein sehr feines Fischaroma.

Einsalzen von Grundeln (1/2)

Einsalzen von Fisch ist eine sehr alte und vielleicht auch antiquierte Methode der Haltbarmachung. Man wendet sie fast nur noch aus kulinarischen Gründen an. Salzhering und Anchovis zum Beispiel. Etwas exotischer ist getrockneter Wobla (Вобла), eine Art ähnlich dem Rotauge, die als Snack zum Bier verkauft wird. Auch hierzulande erhält man diesen Fisch in russischen Supermärkten. Diese Zubereitungsmethode habe ich mir für meinen Test ausgesucht.

Allerdings habe ich mich statt für Rotaugen für Grundeln entschieden. Seit deren Einwanderung um die Jahrtausendwende über den Rhein-Main-Donaukanal sind sie der „Brotfisch“ an unseren Flüssen. Die ca 40 Stück habe ich in 1,5h gefangen, was der Hängerträchtigen Mainuferbefestigung geschuldet ist. Ab Mai dauert es im Uferbereich nie länger als 5 Sekunden bis ein gefräßiges Grundelchen anbeißt.

Kurz zu meiner Methode: eine 3,50m lange Rute mit weicher Spitze zeigt zuverlässig Bisse an. Ich hab übertriebene 0,30er Monofil-Schnur aufgerollt, was Grundeln nicht stört, aber oft die hängende Montage rettet. Auf die Schnur kommt ein Wirbelblei von 15g, eine Stopperperle und ein Karabinerwirbel. Ich benutze ein 0.18er Vorfach mit dickdrahtigen Universalhaken der größe 10 mit einer einzelnen Made als Köder. Das wichtigste ist, sobald das Blei am Gund liegt, mit der Rutenspitze zu wippen, und beim ersten Zupfer sanft anzuschlagen. Das wippen animiert zum Biss, und das frühe Anschlagen verhindert meist, ein zu tiefes schlucken. Denn dann müsst ihr den Haken wechseln, und das kostet Zeit.

Keep it simple – einfache Grundmontage.

Ich lagere die Grundeln lebend in einem mit feuchten Tuch abgedunkelten Eimer mit Köderfischpumpe. Dabei sollte man der Waidgerechtigkeit wegen für Schatten sorgen und einen möglichst breiten Eimer benutzen. Da sich die Tiere am Boden aufhalten, ist der Eimer „voll“ sobald der Boden bedeckt ist – berühren sich die Fische gegenseitig stresst sie das nur unnötig. Das Ausnehmen ist einfach: auf ein rauhes Brettchen legen, mit einem wohldosierten Schlag betäuben und dann im Nacken, ca. 5mm vor Brustflossenansatz einschneiden und die Wirbelsäule durchtrennen. Dann das Messer an der Spitze aufgelegt lassen, dem Schwanzteil abreißen. Mit etwas Übung bleiben alle Flossen Und Innereien am Kopf hängen. Man muss nur noch mit der Messerspitze 2-3mal im Bauchinnenraum am Rückgrat schaben, um die Niere und ggf. Reste des Darms zu entfernen. Abspülen mit Trinkwasser, und fertig ist die Grundel.

Das einsalzen ist trivial. Man nimmt unjodiertes Speisesalz und schichtet abwechselnd Fisch und Salz aufeinander. Das ganze soll zwei Wochen einziehen. Ich denke bei der geringen Größe würde auch eine Woche reichen.

To be continued…

Einfache Feedermischungen

Ganz ohne Anfüttern läuft es beim Friedfischangeln selten. Ein Köder im weiten Gewässer ist schwer auszumachen, wenn man nicht gerade zufällig den Standort der Fische lokalisiert habt, an dem sie ohnehin zu Nahrungssuche herumhängen. Ein bisschen köstliche duftendes Futter drumherum hilft da schon deutlich nach.

Diese Erkenntnis verleitet viele Angler dazu tonnenweise sündhaft teures Fertigfutter in die Wellen zu kippen. Ich will gar nicht bestreiten, dass diese ihre Fische fangen – aber mir ist es einfach zuwieder solche Matrialschlachten zu führen. Ganz zu schweigen von den negativen Auswirkungen auf das Gewässer, wenn man es übertreibt.

Folgende Mischungen sind erprobt. Sie sind vor allem billig, verzichten auf nicht-haushaltsübliche Zutaten und locken unterschiedliche Fischarten an, das heißt sie sind vermutlich nicht sehr selektiv.

Die Grundlage ist immer Paniermehl. Für die Strömung könnt ihr direkt das aus dem Supermarkt nehmen. Fürs Stillwasser empfehle ich mit Mixer/Moulinette/Zauberstab, o.ä. zerkleinertes, damit die Futtermischung schönere Wolken bildet. Oder ihr mahlt selbst Brotreste.

Käsefutter

Feedern – Winter – Strömung

  • 50g Paniermehl
  • 1 Scheiblettenkäsescheibe

Den Scheiblettenkäse nehmt ihr am besten frisch aus dem Kühlschrank und gebt ihn in die Semmelbrösel. Zerreibt zwischen den Händen, das dauert ein bisschen. Die Käsekrümel sollten höchstens noch Stecknadelkopfgroß sein. Ein Zauberstab oder Handmixer hilft euch dabei. Currypulver, Salz und Zucker geben der Mischung etwas mehr Variationsmöglichkeiten.

Als Hakenköder eignen sich dann Käsewürfel am Haar. Hier nehme ich Emmentaler, schneide davon ein ca 7-10mm scheibe ab, und lege sie für eine Woche offen in den Kühlschrank. Dadurch wird sie sehr hart und hält damit bombenfest am Haar.

Bisher konnte ich damit Barben, Döbel und andere Weißfische fangen.

Kabafutter

Sommer – Stillwasser

  • Paniermehl
  • Kaba-Pulver (Nesquick o.ä.)

Hakenköder ist eine Bienenmade oder Engerling.

Das Kabapulver löst sich besonders gut auf, daher ist das Futter im Stillwasser sehr ergiebig. Die dunkle Färbung scheint Karpfen und Brachsen zu gefallen.

Fischfutter

Universal einsetzbar.

  • Paniermehl
  • Abtropfwasser aus der Thunfischdose oder Öl einer Sardinenbüchse.

Man könnte vermuten, dass Fischaroma nur etwas für Räuber sei. Aber selbst Weißfische oder Karpfen stehen seltsamerweise auf den Fischgeruch. Hierbei könnte man meinen „viel hilft viel“, aber ich konnte keinen Unterschied zwischen Futter mit Fisch und Futter nur mit dem Abtropfsaft feststellen. Das heißt den könnt ihr ruhig selbst essen.

Hähnchenfutter

Universal einsetzbar.

  • Paniermehl
  • Knochenreste eines Brathähnchens

Die Hähnchenknochen (bitte frisch nach dem Verzehr verwenden) müsst ihr durch den Fleischwolf oder den Mixer jagen. Das Mehl ins Paniermehl mischen und fertig. Als Hakenköder aber bitte kein Hähnchenwürfel nehmen, sondern lieber ein Mistwurmbündel oder Maden.

Dinge zum Angeln

Dinge die man beim Angeln immer dabei haben sollte:
1. Abhakmatte – Stück Baumarktplane
Eine saubere Fläche hält eure Ausrüstung sauber und ist sogar eine improvisierte Abhakmatte (angefeuchtet, bei weichem Untergrund). Bei Regen einfach umklappen, und die Ausrüstung bleibt trocken.

2. Nadelkissen – Korken für Ködernadeln
Nie wieder verlorene Ködernadeln.

3. Handwäsche – Schwamm an der Schnur
Wenn das Gewässer zugewuchert oder verschlammt ist, kann ein Schwamm an der Schnur das Händewaschen sehr vereinfachen.

4. Hakenstopper – Gummi einer Bügelflasche
Fischt man mit Einzelhaken, besteht immer die Gefahr, dass sich der Haken im Köder verdreht, und die Hakenspitze verschwindet. Dies lässt sich mit einem dicken Stück Gummi, wie man es vom Verschluss einer Bügelflasche abschneiden kann verhindern.

5. Schnurclip – Büroklammer
Wind und Strömung können bei geöffneten Schnurfangbügel ungewollt Leine abziehen. Viele Angler klemmen das in ein Gummiband. Besser ist ein Büroklammer. Je weiter ihr die Schnur in die Klammer schiebt, umso fester sitzt sie. So könnt ihr mit etwas Ausprobieren den Widerstand so gering wie möglich und so groß wie nötig einstellen.

6. Bißanzeiger – Alufolie
Ihr wollt sehen wenn der Fisch abzieht? eine Alufolie an der Schnur macht jede Bewegung sichtbar, aber behindert den Abzug nicht.

7. Schnurstopper – Bindfaden
Wozu Gummistopper kaufen? Bindfaden ist kostenlos, ist Kompostierbar und hält bombe, egal wie alt er ist!

8. Fischschupper – Kronkorken
Durch ihre Form sind die Kronkorken an ein Holz geschraubt ein effektiverer Fischschupper als so mancher gekaufte.